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Welcher Kindergarten?

Der Übergang in den Kindergarten

Einleitung, auf Zettel schreiben:

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Welches Grundgefühl (Trauer, Ärger, Angst, Freude, Liebe) löst es aus, wenn du erfährst das Dein Kind einen Platz im Kindergarten bekommt, Drei Zettel: bei Dir, Deinem Mann, bei Deinem Kind

Wie finde ich den richtigen Kindergarten

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Die Ortsnähe

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Der erste Eindruck

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Kindergartenkonzepte

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Die Konzeption, der Alltag im Kindergarten

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Elternarbeit

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Personal und Ausstattung

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Öffnungszeiten, Schließzeiten

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Zusammensetzung der Gruppen

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Trägerschaft, Kindergartenbeitrag

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Rechtsanspruch, anderer Kiga als gewünscht

Kindergartenreife, Die Eingewöhnung

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Kindergartenreife: Verhalten gegenüber anderen, Trennungssituationen, Windeln, stabile Familiensituation

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Vorkindergarten: Pro und Contra

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Vorbereitung: Bilderbücher, Spaziergänge, Besuche

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Wer kommt noch neu in den Kindergarten, zu Zweit ist man doppelt mutig

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Der erste Tag: Festtag!

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Sanfte Eingewöhnung

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Rituale & Abschiedstränen

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Mein Kind findet seinen Platz in der Gruppe

Probleme in der Kindergartenzeit

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Wenn die Trennung zum Problem wird

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Heute bleib ich mal zu Hause

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Das sagt man aber nicht

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Frau XY ist blöd

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Immer fehlt etwas

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Mein Kind darf sich nicht schmutzig machen

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Gruppenraudi oder Außenseiter

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Gespräche mit der Erzieherin (Tür- und Angelgespräch, das Entwicklungsgespräch, das Problemgespräch)

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Ständig krank im ersten Jahr (Gesundheitsbescheinigungen, Läuse, Schnupfen & Kinderkrankheiten

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Mein Kind hat sich verletzt, Aufsichtspflicht

Die Rolle der Mutter

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Warum soll mein Kind in den Kiga

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veränderter Tagesablauf

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die berufliche Rolle

Wie finde ich den richtigen Kindergarten

Viele haben es relativ „einfach“ – in ihrem Ort gibt es nur einen Kindergarten und so entfällt die Qual der Wahl. Alle anderen sollten sich ihren „Wunschkindergarten“ sehr genau anschauen denn es gibt verschiedene Kriterien die man vorher mal andenken sollte.

Die Ortsnähe

Kinderorte sind immer mehr Inseln zwischen denen sich Kinder vom „Elterntaxi“ hin und her fahren lassen –> Eltern-Kind-Gruppe, Turnen, Besuche bei Freunden, Musikschule, .... Das eigene Umfeld ist vielen Kindern gar nicht mehr bekannt. Wenn man den Kindergarten zu Fuß erreichen kann bietet dies dem Kind viele Vorteile:

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es lernt die nähere Umgebung kennen

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es lernt örtliche Zusammenhänge kennen

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dem Kind wird bewusst was sein Körper leisten kann

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Kontakte zu Nachbarskindern können geknüpft werden

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Deshalb ist es natürlich von Vorteil wenn man eine Einrichtung in der Nähe findet.

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Doch viele weiter Faktoren beeinflussen die Kindergartenauswahl.

Der erste Eindruck

Entscheidend bei der Kindergartenwahl ist der erste Eindruck. Bevor man sein Kind in der Einrichtung anmeldet sollte man sich die Einrichtung anschauen. Dazu vereinbart man am Besten telefonisch einen Termin mit der Leitung. Vorher sollte man sich wichtige Fragen aufschreiben. Dieser Termin sollte so flexibel sein das beide Seiten ihn gut wahrnehmen können. In der Mittagszeit /am, Nachmittag hat die Leitung natürlich mehr Zeit als am Vormittag, allerdings sollte man bedenken das zu diesem Zeitpunkt evt. nicht mehr so viele Kinder und Erzieher in der Einrichtung sind. Auch die Leitung ist für den ersten Eindruck sehr bedeutend: zeigt sie ihre Einrichtung gerne, erzählt sie begeistert und offen von ihrer Arbeit oder macht sie ehr den Eindruck als seien ihr solche Besuche lästig?

Auf jeden Fall sollte man sich die ganze Einrichtung zeigen lassen. So kann man unmittelbar die Atmosphäre der Einrichtung erfassen und erlebt die Erzieherin im Umgang mit den Kinder. Besonders Aussagekräftig sind die „Werke“ der Kinder. Wenn alles gleich aus schaut und fein säuberlich geschnitten ist kann man davon ausgehen das hier sehr viel mit Schablonen gearbeitet wird und das die Erziehrinnen evt. sogar die Werke nachschneiden damit alles hübsch ordentlich ausschaut. Wenn man individuelle Ausdrucksformen erkennen kann (z.B.: ein Baum ist klein, einer ist groß, einer ist dick, einer ist dünn, ...) dann kann man davon ausgehen das die Einrichtung viel Wert auf die eigene Persönlichkeit der Kinder legt und das beim basteln eigene Ideen, Phantasie und Selbstvertrauen einen hohen Stellenwert haben.

Die Räumlichkeiten kann man gut auf sich wirken lassen – würde ich mich hier wohl fühlen, hätte ich hier Lust zu spielen, zu lesen oder zu malen.

Zum ersten Besuch kann man auch das eigene Kind mit nehmen und schauen wie es sich in den Räumlichkeiten verhält und wie die Erzieher und die Leitung das Kind begrüßen und mit ihm umgehen.

Kindergartenkonzepte

Es gibt verschiedene Kindergartenkonzepte. Die meisten Kindergärten arbeiten nach dem Situationsansatz. Allerdings werden einzelne Teile der Konzeptionen auch untereinander kombiniert (Situationsorientierte Konzept enthalten z.B. sehr oft Schlüsselsatz aus der Montessori-Pädagogik, Stadtkindergärt planen Waldwochen,...)

Die häufigsten Konzepte möchte ich hier kurz vorstellen:

Der WaldorfKindergarten

1919 wurde die erste Waldorf-Schule eröffnet. Sie basiert auf der Lehre des Begründers der Anthroposophie (Weltund Menschenlehre, Rudolf Steiner (1861-1925).Seit den Siebzigern gab es auch eine größere Zahl an Waldorfkindergärten, seit 1990 ist die Anzahl stark gewachsen (speziell in den neuen Bundesländern).

Die meisten Waldorfkindergärten sind Halbtagseinrichtungen. Die Erzieherinnen haben eine Zusatzausbildung oder werden an speziellen Schulen ausgebildet – sie werden ganz bewusst Kindergärtnerinnen genannt. Sie gilt als Vorbild und Modell, das Kind soll sich an ihrem Tun orientieren und sie nachahmen. Sie verlangt dem Kind kein bestimmtes Verhalten ab und belehrt sie nicht.

Die Menschenlehre von R. Steiner geht von einem Rhythmus von sieben Jahren für eine Lebensphase aus. In der ersten Lebensphase wären die Seele und der Geist des Kindes „noch nicht zu einer inneren Selbstbewusstheit gekommen“. Aus diesem Grund halten Waldorf-Pädagogen eine intellektuell ausgerichtete Erziehung für nicht altersgemäß. Durch festgelegte Tages und Arbeitsabläufe soll das Kind angeleitet werden. Lernen geschieht durch Anregungen aus der Umwelt und durch Nachahmung. Die Umwelt wird durch einen immer wiederkehrenden Rhythmus kennen gelernt – dieser richtet sich eng an den Jahreslauf und den Wechsel der Jahreszeiten.

Das Kind wird meist er mit 4 Jahren aufgenommen, da man davon ausgeht das ein Kind unter vier Jahren nicht Kindergartenreif ist.

Das Spiel hat auch hier eine Bedeutende Rolle. Spielmaterialien sind nach bestimmten Vorgaben gestaltet (Z.B. die Waldorfpuppe: häufig aus einem Tuch geknotet ohne Gesicht damit die Kinder fröhliche und traurige Stimmung ihrer Fantasie nach frei wählen können). Vorgefertigtes Spielzeug aus Plastik sowie technische Geräte werden bewusst aus den Einrichtungen fern gehalten.

Eltern die diese Betreuungsform wählen möchten sollten sich vorher sehr gut über die Waldorfpädagogik informieren und auch kritische Fragen sollte man sich stellen.

Der Montessori-Kindergarten

Maria Montessori (1880-1952) war Ärztin, Pädagogin und Professorin für Anthropologie.

Sie sieht das Kind als vollwertigen Menschen. Zur Entwicklung seines eigenen Willens braucht das Kind Raum zum freien und selbständigen Denken und Handeln. Selbstbestimmt kann das Kind seinem individuellen Lernbedürfnissen folgen. Das Kind wählt selbst womit und wie lange es sich mit etwas beschäftig, ob es alleine oder mit anderen spielt. Angebote in der Gesamtgruppe sind selten. Lernerfahrung macht das Kind in kleinen Schritten durch Wiederholung, Variation und Selbstkontrolle.

Die Montessori-Erzieherin beobachtet jedes Kind genau und unterstützt – nur wenn notwendig – das Kind in seinem Tun, allerdings ohne es dabei anzuleiten. Bewusst wird auf Lob und Tadel verzichtet um das Kind nicht in die eine oder andere Richtung zu lenken.

In Montessori-Einrichtungen gibt es ein klares Raumund Materialangebot. Die Gruppe ist in verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt. Montessoir-Material gilt auch als Sinnesmaterial und die Kinder können damit bewusst die einzelnen Sinne schulen und unterscheiden (Riechdosen, Tastbrettchen ABC, Anziehrahmen, ...). Einen weiteren wichtigen Bereich nimmt das mathematische Material ein – durch den „sinnhaften“ Umgang mit ihm soll das Kind schon im Vorschulalter die Abstraktion von Mathematik „be-greifen“. Diese Materialien findet man heutzutage auch in vielen Einrichtungen die nach dem Situationsorientiertem Ansatz arbeiten.

Der Situationsansatz

Prinzip des situationsbezogenen Ansatz ist die Orientierung an der Lebens-Situation, den Bedürfnissen, den Interessen und den Erfahrungen der Kinder. Ziel ist es dem Kind bei der Bewältigung seiner gegenwärtigen und zukünftigen Lebens-Situation zu helfen.

Dem situationsbezogenen Ansatz liegt ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde, das neben kindlicher Stärke und Kompetenz auch kindliche Hilflosigkeit, Unerfahrenheit und Schutzbedürftigkeit berücksichtigt.

Nach den Interessen, Bedürfnissen und Wünschen der Kinder entwickeln sich Projekte, meist in Klein (Interessen)-Gruppen oder auch mit einzelnen Kinder. Die individuellen Fähigkeiten des einzelnen Kindes werden bei der Planung von der Erzieherin berücksichtigt. Erziehung soll dem Kind helfen, möglichst selbstbestimmt und gemeinschaftsfähig zu werden und breite Fähigkeiten und Fertigkeiten zu werben. Das Spiel ist dabei die wichtigste „Lernform“ – spielerisch begreift das Kind sein Umfeld und die Erwachsenenwelt. Dafür stehen dem Kind gut vorbereitete Räume und Materialien zur Verfügung (Rollenspielecke, Bauecke, Alltagsmaterialien, Belebungsmaterial, ...)

Projektbeispiele:

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Was ich gerne esse und wo kommt es her (über das Essen und Trinken)

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Lass uns wieder Freunde sein (über das Schlagen, Streiten und Vertragen)

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Wir erkunden unseren Stadtteil

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Bei mir, bei dir und anderswo, Familie ist mal so und so (Scheidung, Patchworkfamilien, Waisenkinder, ...)

Der Wald-Kindergarten

Im Waldkindergarten sind die Kinder bei Wind und Wetter draußen. Bei starkem Regen bietet ein Bauwagen oder eine Hütte Unterschlupf ein richtiges Haus gibt es in den meisten Fällen nicht. Die Kinder erleben bewusst den Wechsel der Jahreszeiten, lernen den Wald in seiner Vielfalt kennen und schätzen. Spielzeug im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Gebastelt wird mit Tannenzapfen, Eicheln, Ästen und Blättern und im Fantasiekaufladen bekommt man Tannenzweige, Moos, Rindenstücke und Schneckenhäuser.

Der spielzeugfreie Kindergarten

Es gibt kaum Kindergärten die das ganze Jahr über Spielzeugfrei sind. Vielmehr ist dies ein Projekt, meist über drei Monate, das in Regelkindergärten durchgeführt wird. Dieses Projekt ist ein Beitrag zur Suchtvorbeugung bei Kindern. Ziel ist es das die Kinder Fähigkeiten entwickeln einem Drogenmissbrauch aktiv entgegenzuwirken. Zu diesen Fähigkeiten zählen das Stärken des Selbstbewusstseins, die Entwicklung von sozialen Kompetenzen (Kontakt und Konfliktfähigkeit) sowie Auseinandersetzung mit Problemen. Ohne das herkömmliche Spielzeug lernen die Kinder ihre Fantasie und ihre Kreativität wieder zu nutzen, Zeit und Raum entsteht um miteinander zu reden, zu planen und um Ideen umzusetzen. An Materialien stehen Alttagsgegenstände zur Verfügung: Teller, Tassen, Decken, Kissen, gesammelte Naturmaterialien. Handwerkszeug, Papier, Klebstoff oder ähnliches bekommen die Kinder auf Nachfrage bei der Erzieherin.

Die Konzeption, der Alltag im Kindergarten

Jede Einrichtung sollte eine Konzeption haben. Darin werden die äußerlichen Rahmenbedingungen, der Erziehungsstil und die Erziehungsziele schriftlich formuliert. Die Konzeption bietet so Eltern und Interessierten einen Einblick in die Lage der Kita, Öffnungszeiten, Anzahl der Gruppen, Gruppenstärke, Gruppenmodelle, Personalstruktur, Erziehungsstil (Situations-orientiertes Arbeiten, Offene Arbeit, gruppenübergreifende, ...).

Die Erziehungsziele und deren Begründung und Umsetzung sind das Herzstück einer jeden Konzeption (z.B.: Der situationsorientierte Ansatz, Freiräume schaffen, Freispiel ermöglichen, Grenzen setzen, Regelverständnis entwickeln, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Kritikfähigkeit, Mut, Emotionalität, Sozialverhalten, Kreativität, Sprachentwicklung, Spielzeugreduziertes Arbeiten, Exemplarischer Tagesablauf,... )

Dem gesamtem Personal dient die Konzeption zur Überprüfung ihrer Arbeit und eine Konzeption muss in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert werden.

Ganz wichtig ist es auch zu Fragen wie die Eingewöhnungszeit im Kindergarten gestalten wird.

Im GTK verankert ist folgendes:

§ 2 Auftrag des Kindergartens

(1) Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag als Elementarbereich

des Bildungssystems. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Beratung und die Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung; der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie.

(2) Der Kindergarten hat seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag im ständigen Kontakt mit der Familie und anderen Erziehungsberechtigten durchzuführen und insbesondere

1. die Lebenssituation jedes Kindes zu berücksichtigen,

2. dem Kind zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenaktivität zu verhelfen, seine Lernfreude anzuregen und zu verstärken,

3. dem Kind zu ermöglichen, seine emotionalen Kräfte aufzubauen,

4. die schöpferischen Kräfte des Kindes unter Berücksichtigung seiner individuellen Neigungen und Begabungen zu fördern,

5. dem Kind Grundwissen über seinen Körper zu vermitteln und seine körperliche Entwicklung zu fördern,

6. die Entfaltung der geistigen Fähigkeiten und der Interessen des Kindes zu unterstützen und ihm dabei durch ein breites Angebot von Erfahrungsmöglichkeiten elementare Kenntnisse von der Umwelt zu vermitteln.

(3) Der Kindergarten hat dabei die Aufgabe, das Kind unterschiedliche soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben zu lassen und jedem einzelnen Kind die Möglichkeit zu geben, seine eigene soziale Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, wobei ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander, insbesondere auch der Geschlechter untereinander, erlernt werden soll. Die Integration behinderter Kinder soll besonders gefördert werden. Behinderte und nichtbehinderte Kinder sollen positive Wirkungsmöglichkeiten mund Aufgaben innerhalb des Zusammenlebens erkennen und altersgemäße demokratische Verhaltensweisen einüben können. Auch gegenüber anderen Kulturen und Weltanschauungen soll Verständnis entwickelt und Toleranz gefördert werden.

Elternarbeit

Wie wird der Kontakt mit den Eltern von der Einrichtung gesehen und gewünscht – sehen sie die Eltern als Zaungäste oder werden die Eltern mit den Alltag einbezogen.

Ich finde es sehr wichtig das ich auch als Mutter im Kindergarten gerne gesehen werde – dies schafft vertrauen. Hand in Hand sollte die Erziehung des Kindes geschehen – den man hat ein gemeinsames Ziel – das Kind.

Wie das letztendlich in den Einrichtungen umgesetzt wird ist sehr unterschiedlich. Es kann Eltern-Cafes geben, Elternsprechstunden, gemeinsame Fest mit Eltern, Kindergartenzeitschrift die über alles im Kindergarten informiert, Abende/Nachmittage zu bestimmten Themen.

Elternabende finde in jedem Kindergarten mindestens einmal jährlich statt – dabei wird der Elternrat, die Vertreter für die gesamte Elternschaft, gewählt.

Auszug aus dem GTK/NRW:

§ 5 Elternversammlung

(1) Die Erziehungsberechtigten der die Einrichtung besuchenden Kinderbilden die Elternversammlung. Elternversammlungen können auch auf Gruppenebene stattfinden.

(2) Die Elternversammlung kann vom Träger und in pädagogischen Fragen von den in der Einrichtung pädagogisch tätigen Kräften Auskunft über alle die Einrichtung betreffenden Angelegenheiten verlangen. Sie hat das Recht, sich dazu zu äußern.

§ 6 Elternrat

(1) Der Elternrat wird aus mindestens zwei gewählten Vertreterinnen oder Vertretern der Eltern gebildet. Die Eltern jeder Gruppe der Einrichtung wählen aus ihrer Mitte ein Mitglied des Elternrates und ein Ersatzmitglied. In einer eingruppigen Einrichtung werden zwei Mitglieder und zwei Ersatzmitglieder gewählt. Der Elternrat tagt mindestens dreimal jährlich.

(2) Der Elternrat hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten, dem Träger der Einrichtung und den in der Einrichtung pädagogisch tätigen Kräften

zu fördern und das Interesse der Erziehungsberechtigten für die Arbeit der Einrichtung zu beleben.

(3) Der Elternrat arbeitet mit dem Träger und den pädagogisch tätigen Kräften vertrauensvoll zusammen. Er ist vom Träger über alle wesentlichen Fragen, die die Einrichtung betreffen, zu informieren.

(4) Der Elternrat ist vor der Einstellung und arbeitgeberseitigen ordentlichen Kündigungen von pädagogisch tätigen Kräften, soweit es sich nicht um Aushilfskräfte handelt, anzuhören.

Über eine außerordentliche Kündigung ist er zu unterrichten. Dabei sind insbesondere datenschutzrechtliche Bestimmungen zu beachten.

(5) Hat der Elternrat gegen eine ordentliche Kündigung oder eine Einstellung Bedenken, so hat er diese dem Träger innerhalb einer Woche nach der Information durch den Träger schriftlich mitzuteilen.

§ 7 Rat der Tageseinrichtung

(1) Der Träger und in der Einrichtung pädagogisch tätige Kräfte bilden mit dem Elternrat den Rat der Tageseinrichtung. Dieser berät die Grundsätze für die Erziehungs- und Bildungsarbeit, bemüht sich um die erforderliche räumliche, sachliche und personelle Ausstattung und hat die Aufgabe, Kriterien für die Aufnahme von Kindern in die Einrichtung zu vereinbaren. Soweit im Wohnbereich andere Tageseinrichtungen für die jeweilige Altersgruppe nicht vorhanden sind, sollen die Grundsätze nach § 10 Abs. 3 und 4 Satz 4 berücksichtigt werden. Die Aufnahmekriterien sind interessierten Erziehungsberechtigten, die im Einzugsbereich der Einrichtung wohnen, auf Wunsch zur Einsicht zu geben. Der Rat der Einrichtung tagt mindestens dreimal jährlich. In Horten können aufm Einladung Lehrerinnen und Lehrer der Kinder als Gäste teilnehmen.

(2) Weitergehende Formen der Elternmitwirkung sind möglich und anzustreben.

Personal und Ausstattung

Die beste Konzeption braucht ein ausreichendes und gut ausgebildetes Team damit die Umsetzung klappt. Je kleiner die Gruppenstärke ist desto intensiver kann natürlich auch das einzelne Kind betreut werden. Wichtig ist auch wie viel Personal ist in den jeweiligen Gruppen und mit welcher Ausbildung?

Gerade für Tagesstättenkinder ist es auch interessant zu wissen wie die Personalsituation am Nachmittag aussieht, bzw. wie viele Erziehrinnen in Teilzeit arbeiten.

Erzieher sind (leider) ein ehr seltenes Bild in einer Tageseinrichtung, bereichern aber mit Sicherheit den sonst so Frauendominanten Beruf.

Weiterhin ist es wichtig, welche Räume den Kindern noch zur Verfügung stehen, welche Räume können sie auch ohne Aufsicht (nach Eingewöhnung) nutzen -> z.B.: aus jeder Gruppe können sich zwei Kinder in der Turnhalle/Flur treffen, zwei Kinder aus jeder Gruppe dürfen auf dem Außengelände spielen, zwei dürfen andere Gruppen besuchen, ... . Wie wird in diesen Fällen die Aufsichtspflicht gehandhabt?

Das Aussenglände sollte man sich auch anschauen: Ist es kindgerecht eingerichtet, ist die Außenanlage gepflegt, wird das Außengelände intensiv in die Kindergartenarbeit einbezogen (gibt es Nutzgärten, Kräuterbeete, eigene Bauwerke oder Weidengänge/Zelte, ...). Optimal ist es natürlich wenn die Kinder das Außengelände als ein Abenteuerparadies erleben in dem unterschiedliche Sinnesanregungen und Naturerfahrung möglich sind.

Wünschenswert für Kinder ist es wenn das Außengelände tägliche, d.h. bei Wind und Wetter genutzt wird.

Öffnungszeiten, Schließzeiten

Bei der Auswahl des Kindergartens sind solche Kriterien natürlich mit ein wichtiger Punkt. Vorab sollte man sich überlegen wie viel Betreuung man für sein Kind braucht, bzw. möchte.

Die Ursprünglichen Kernzeiten sahen so aus : Kindergarten von 8.00 h-12.00 h und dann wieder von 14.00 h-16.00 h. Die Kindertagestättenkinder konnten bei Berufstätigkeit der Eltern meist schon um 7.30 h gebracht werden und konnten dann bis 16.00 h bleiben.

In den letzten Jahren hat sich da (auch wegen gesetzlicher Verpflichtungen) einiges getan, man versucht flexibler auf die Lebensumstände der Eltern einzugehen. So bietet die Stadt Mönchengladbach auf ihrem Anmeldebogen gleich mehrere Betreuungsformen: Kindertagesstätte mit Übermittagsbetreuung an 5, 2 oder 1 Tag, die übliche Kindergartenform (s.o.) und Kindergarten in Blocköffnungszeiten bist 14.00 h mit Mittagessen (6 Stunden Betreuung am Stück, keine Option z.B. bei Festen dann länger zu bleiben, bzw. am Nachmittagsangebot teilzunehmen).

Jeder Kindergarten hat somit unterschiedliche Öffnungszeiten. Damit sind auch die Bring- und Abholzeiten sehr unterschiedlich.

Die meisten Einrichtungen sind mehrmals in Jahr zu den Ferienzeiten geschlossen. Auch da sollte man sich im Vorfeld informieren wie viele Tage im Jahr die Einrichtung geschlossen ist und ob die Möglichkeit, bei Berufstätigkeit beider Eltern, besteht das dass Kind in dieser Zeit in einer Notgruppe bzw. in einer anderen Einrichtung betreut wird..

Im § 9 des GTK findet man die gesetzlichen Regelungen zu den Öffnungszeiten und in § 19 zur Öffnungsdauer.

Zusammensetzung der Gruppe

Es gibt verschiedene Gruppenformen:

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Spielgruppen: ergänzendes Angebot zu den Tageseinrichtungen in MG, betreut werden die Kinder ab dem drittem Lebensjahr vor dem Eintritt in den Kindergarten. Die Spielgruppen bieten eine Betreuung von 8.00 – 12.00 h, es werden 15 Kinder in einer Gruppe betreut

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Familiengruppen: 10-15 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, meist Tageskinder

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Reine Kindergartengruppen: In diesen Gruppen werden meist 20-25 (oder mehr) Kinder betreut; meist in der Zeit von 7.30-12.30 h (5 Stunden Betreuung am Stück) und von 14-16.00 h

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Tagesstättengruppen: In diesen Gruppen werden meist Kindergarten und Tagesstättenkinder zusammen betreut (meist 10/10 oder 15/5)

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Altersgemischte Gruppen: Kinder im Alter von 312/14 Jahren (z.B. 5 Kindergartenkinder, 5 Tagesstättenkinder, 10 Schulkinder)

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Hortgruppen: Gruppenform für Schulkinder nach der Schule mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung

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Integrative Gruppen: In den Kindergruppen werden behinderte Kinder mit betreut (meist in Kindertagesstätten). In diesen Einrichtungen findet man dann auch andere Fachkräfte wie beispielsweise Ergotherapeuten, Krankengymnasten oder einen Logopäden

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Offene Gruppen: Einige Einrichtungen arbeiten nach einem offenem Gruppenkonzept. Die Kinder haben somit kein feste Gruppen. Anstelle von Gruppenräumen gibt es Funktions- oder Spielräume. Es gibt Zimmer zum werken, zum malen und basteln, zum bauen und konstruieren, zum Rollenspielen und zum bewegen. Für alle Bereiche gelten vorgegebene oder mit den Kindern vereinbarte Regeln (z.B.: Kennzeichnen mit seinem Schild in welchem Raum man gerade ist) Die Erzieherinnen betreuen dann meist einen Raum.

Trägerschaft, Kindergartenbeitrag

Städtische Kindergärten

Viele Einrichtungen werden von der Stadt oder der Gemeinde verwaltet. Die vergabe der Kindergartenplätze läuft meist zentral über die Verwaltung (Jugendamt).

Eine Fachberatung betreut diese Kindertagesstätten und ist auch für die Eltern bei Problemen Ansprechpartner.

Konfessionelle Träger

Bundesweit der größte Teil der Kindergärten ist konfessionell ausgerichtet. Träger sind neben der evangelischen und katholischen Kirche auch kirchennahe freie Trägerorganisationen wie Diakonie oder Caritas (s.u.)

Beraten und betreut werden diese Kindergärten von der Kirchenverwaltung oder von Verbänden.

Heutzutage nehmen konfessionelle Kindergärten auch nicht getaufte, andersgläubige sowie Kinder von Eltern, die nicht in der Gemeinde verankert sind. Allerdings werden Mitglieder der Kirchengemeinde meist bevorzugt. Alle Mitglieder des Personals müssen Mitglied in einer christlichen Kirche sein und durch die Teilnahme am Gemeindeleben an Gottesdiensten und an Festen bindet sich der Kindergarten eng an die Kirchengemeinde.

Wichtig in den Erziehungszielen ist natürlich das aktive erleben christlicher Traditionen. Gebete, christliche Lieder und Geschichten gehören zum festen Bestandteil des Kindergartenalltags.

Freie Trägerschaften:

Wohlfahrtsverbände, Elterninitiativen, Vereine

Wohlfahrtsverbände wie Diakonie, Caritas, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz stellen bundesweit etwa drei viertel (!) aller Kindergartenplätze zur Verfügung. Diese sind wie oben beschrieben meist konfessionell ausgerichtet.

Klassische Waldorf- und Montessori Kindergärten sind auch meist in freien Trägerschaften, zumeist von Elternvereinen organisiert.

In Eigeninitiative wurde eine Vielzahl von Betreuungseinrichtungen gegründet: Kinderläden, Mütterzentren oder private Kindergärten. Diese Einrichtungen werden auch häufig als Elterninitiativen bezeichnet, denn die träger sind häufig Elternverbände (die sich in der Regel unterm dem Dach des Deutschen Paritäischen Wohlfahrtsverband zusammengeschlossen haben).

Hier haben die Eltern einen deutlich höheren Einfluss auf die Rahmenbedingungen der Einrichtung wie Konzeption, Anmietung der Räume, Gruppengröße, Auswahl von Personal, Neuaufnahmen, Angebote und Tagesablauf. Allerdings müssen die Eltern dafür auch Zeit und Engagement mitbringen, denn häufig gibt es bei Elterninitiativen gewisse Pflichtstunden die abgeleistet werden müssen (Reinigen der Einrichtung, koche, reparieren, ...).

Oftmals wird zu dem Kindergartenbeitrag ein Vereinsbeitrag (Mitgliedschaft) verlangt.

Beitrag

Der Elternbeitrag ist in NRW durch das GTK im § 17 geregelt. Elternbeitragstabelle zu § 17 Abs. 3 GTK (gültig seit 1. Januar 2002):

Jahreseinkommen

Elternbeiträge

 

 

 

 

Kindergarten

Kindergarten über Mittag

Kinder unter 3 Jahren

Hort

bis 12 271 €

0 €

0 €

0 €

0 €

bis 24 542 €

26,08 €

15,85 €

68,00 €

26,08 €

bis 36 813 €

44,48 €

26,08 €

141,12 €

57,08  €

bis 49 084 €

73,11 €

41,93 €

208,61 €

83,85 €

bis 61 355 €

115,04 €

62,89 €

276,61 €

115,04 €

über 61 355 €

151,34 €

83,85 €

312,91 €

151,34 €

Die Kosten für das Mittagessen werden zusätzlich berechnet.

Rechtsanspruch, anderer Kiga als gewünscht

Jedes Kind hat einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz (halbtags). Dazu folgender Abschnitt aus dem achten Sozialgesetzbuch – SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) § 24 SGB VIII:

„Ausgestaltung des Förderungsangebots in Tageseinrichtungen

Ein Kind hat vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch eines Kindergartens. Für Kinder im Alter unter drei Jahren und für Kinder im schulpflichtigen Alter sind nach Bedarf Plätze in Tageseinrichtungen vorzuhalten. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe haben darauf hinzuwirken, dass ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen zur Verfügung steht“.

Dabei kann es sein das man keinen Platz in dem ausgewählten Kindergarten bekommt. Das Jugendamt kann einem im ganzem Stadtgebiet einem Platz zuweisen, auch kann es vorkommen das man (vorübergehend) eine Platz in einer konfessionellen Einrichtung bekommt obwohl man diese Form bewusst nicht gewählt hat.

Wenn man keinen Platz bekommt oder das Kind kurz nach der Aufnahme erst Geburtstag hat sollte man sich mit der jeweiligen Fachaufsicht in Verbindung setzen, im schlimmsten Fall kann man seinen Rechtsanspruch gerichtlich wirksam machen.

Generell werden Kinder nur zum Schuljahresbeginn aufgenommen, den nur dann verlassen Schulkinder die Einrichtung und neue Plätze werden frei.

verfasst von Andrea Gallois

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