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Beim Osterhasen

Nur noch kurze Zeit, dann ist Ostern. Die Kinder freuen sich, denn da kommt der Osterhase und bringt viele bunte Eier. Nun habe ich mir gedacht, wie wäre es, wenn wir heute den Osterhasen einmal besuchen würden. Habt ihr Lust? Da müssen wir aber ein schönes Stück Weg zurücklegen, denn die Malerwerkstätte von Meister Lampe liegt hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen.

Also, es geht los. Wir besteigen den ersten Berg. Wir kraxeln hinauf, indem wir das linke Bein hochziehen und zu gleicher Zeit den rechten Arm hoch strecken. Dann ziehen wir das rechte Bein hoch und strecken den linken Arm hoch. Immer schön im Wechsel, und dabei am Ort stehen bleiben. Wir zählen dabei bis 8, dann sind wir oben. Die andere Seite des Berges rutschen wir hinunter. Beide Arme nach oben strecken, und schnell in die Hocke gehen.

Nun besteigen wir den zweiten Berg, wieder hinunterrutschen u. s. w. Wie gesagt, wir müssen sieben Berge besteigen.

Aber jetzt glaube ich, sind wir am Ziel. Vor uns liegt ein schönes Tal mit vielen kleinen Häuschen. Sie haben die Form von Ostereiern, und ein Ostereierhaus ist besonders groß und schön. Wir können auch die Schrift darauf lesen:

 

Meister Lampe, Malerwerkstätte

 

Wir klopfen an die Haustür, und Meister Lampe öffnet uns persönlich. Er kann sich denken, dass wir neugierig sind, und deshalb gestattet er uns, dass wir uns ein wenig bei ihm umsehen. Auf hohen Regalen liegen viele, viele Eier. Die müssen zuerst einmal gründlich gereinigt werden. Die kleineren Kinder des Meister Lampe verrichten diese Arbeit. Sie nehmen immer ein Ei vorsichtig in ihre Pfoten und tauchen es in eine dafür vorbereitete Lauge. Die Eier werden dadurch blütenweiß.

Wir helfen mit. Streckt euch und greift vorsichtig nach einem Ei. Dann bücken, das Ei in die Flüssigkeit tauchen und auf ein anderes Regal legen, welches neben euch steht. Dann wieder strecken, Ei in die Hand nehmen, eintauchen und neben euch legen Also: strecken, dabei Arme hoch, tief herunterbücken und Arme zur Seite. Sobald wir das eine Regal abgeräumt haben, gehen wir in den nächsten Raum. Da stehen große Töpfe, in denen Farbe angerührt wird. Wir rühren mit.

Leichte Grätschstellung, Arme nach vor strecken, Hände zu Fäusten schließen, Faust auf Faust legen, wir halten ja den Kochlöffel, und nun fest rühren. Beide Arme machen große Kreise, und die Hände dürfen sich nicht voneinander lösen. Wir rühren acht mal rechts und dann acht mal links herum.

Der nächste Topf ist noch breiter und tiefer. Wir grätschen die Beine ganz breit und bücken uns, so dass der Oberkörper waagrecht vorgestreckt ist. Mit beiden Armen wieder kräftig die Farbe umrühren, einmal nach der einen und dann nach der anderen Seite.

Mit einem Schubkarren werden nun die gereinigten Eier in die Malerwerkstatt gefahren. Wir spielen selbst den Schubkarren. Einer von euch ist die Karre, und der andere schiebt sie. Das geht so:

Ein Kind bückt sich und stützt sich mit den Händen auf dem Boden auf. Das andere Kind fasst nach den Fußknöcheln dieses Kindes und hebt dessen Füße hoch. Das eine Kind läuft nun auf den Händen, und das andere schiebt es vor sich her. Wenn ihr einmal im Kreis herumgelaufen seid, wird gewechselt. Lasst aber beim Wechseln die Füße des anderen nicht auf einmal und plötzlich los, sondern zuerst den einen und dann den anderen Fuß auf den Boden setzen. Das Kind, welches jeweils geschoben wird, soll auch nicht den Kopf hängen lassen, sondern geradeaus schauen.

Meister Lampe bedankt sich bei uns, dass wir ihm so viele Eier zum Bemalen gebracht haben, aber er bedauert auch, dass er uns nicht zusehen lassen kann, wie er die Eier bemalt. Das ist nämlich sein Berufsgeheimnis. Außerdem sollen die kunstvoll bemalten Eier am Ostermorgen für uns eine Überraschung sein. Wir sehen das ein und schauen uns dafür noch ein wenig im Osterhasendorf um. Etwas entfernt hören wir fröhliche Laute, und kurze Zeit später stehen wir mitten in einer Hasenschule.

Der Lehrer Langohr erteilt seinen Schülern gerade Unterricht im Hüpfen. Das sieht so nett aus, dass wir gleich Lust bekommen, mitzumachen.

Wir hocken uns und stützen die Hände vor uns auf. Mit beiden Händen gehen wir ein Stück nach vorn, und mit beiden Füßen hüpfen wir nach. Hände wieder ein Stück nach vorn und nachhüpfen.

Nach acht Hüpfern geht es in der umgekehrten Richtung wieder zurück. Zuerst mit den Beinen nach hinten springen und die Hände nachziehen. Ebenfalls acht Hopser. Noch einmal vor und wieder zurück.

Das war gar nicht so einfach, aber dafür ist die nächste Übung um so leichter. Die Hasen müssen nur mit ihren Ohren spielen, damit diese beweglich bleiben. Die Ohren sind nämlich für Hasen sehr wichtig, denn sie haben viele Feinde, und nur wenn ihre Ohren, oder wie man in der Hasensprache sagt, ihre Löffel, in Ordnung sind, können sie ihre Feinde rechtzeitig wahrnehmen.

Wir müssen unsere Hände zu Hilfe nehmen, denn so lange Ohren wie ein Hase haben wir nicht. Unsere Hände legen wir links und rechts an den Kopf, die Handflächen schauen nach vorn und die Fingerspitzen nach oben.

Nun klappen wir einmal das linke und dann das rechte Ohr nach vorn, das heißt, einmal knicken wir die Finger der linken und dann die Finger der rechten Hand ein. Das machen wir schön gleichmäßig, links, rechts, links, rechts.

Jetzt drehen wir die Ohren nach links und rechts. Hände wieder anlegen, Handflächen schauen nach vorn, Finger nach oben. Nun dreht sich die linke Handfläche nach außen, die rechte nach innen und umgekehrt. Die Hände sollen sich gut aus den Handgelenken herausdrehen. Nach dieser Übung schütteln wir die Hände kräftig aus. Da läutet die Schulglocke, die kleinen Hasen haben Pause, und wir verabschieden uns von dem Osterhasendorf.

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